Kunst am Bau

BONNER BODEN – 4 Bauten für Bonn

O&O Baukunst_Ausstellung

BONNER BODEN – 4 Bauten für Bonn
Vier Bauten in Bonn haben die Architekten Laurids und Manfred Ortner im Laufe der letzten Jahre für
Bonn entworfen: Im Architekten- und Künstlerkollektiv Haus-Rucker-Co entwickelten sie eine
Pavillonarchitektur im Bonner Regierungsviertel und das Kunstzentrum am August-Macke-Platz. Später
entstanden das Stadtteilzentrum am Brüser Berg und unlängst das neue Haus der Sparkasse KölnBonn
am Friedensplatz. Im Mittelpunkt unserer Ausstellung mit Modellen und Zeichnungen steht die
allmähliche Wandlung der Architektursprache des in Berlin, Köln und Wien ansässigen Büros, deren
künstlerische Intention trotz aller stilistischen Wandlungen immer wieder der Alltagstauglichkeit einer
„metaphysischen“ Architektur gilt.
Eröffnung: Freitag, 12. Mai 2017, 19 Uhr
Begrüßung: Andreas Denk, Vorsitzender der gkg
Gespräch: Laurids Ortner (Wien), Manfred Ortner (Berlin), Uwe Schröder (Bonn/Aachen), Andreas Denk
(Bonn/Köln/Berlin)
Begleitprogramm:
August-Macke-Fest, Samstag, 13. Mai 2017, 15 Uhr:
Vortrag: Dr. Anne Schloen, Kunsthistorikerin, Köln: Im Grenzbereich von Kunst und Architektur
Diskussion: Anne Schloen, Christian Heuchel (O&O, Köln) und Andreas Denk (gkg): Kunst und Architektur. Vom Künstler lernen
Ortstermin, Samstag, 10. Juni 2017, 14-19 Uhr:
Rundfahrt zu den Bauten von Laurids und Manfred Ortner in Bonn, (mit Andreas Denk)
(Anmeldung: gkg.bonn@t-online.de)
Finissage, Sonntag, 9. Juli 2017, 11.30 Uhr:
Katalogpräsentation und Rundgang
Öffnungszeiten:
Samstag, 13. Mai 2017, bis Sonntag, 9. Juli 2017
Mi-Fr 15-18 Sa 14-17 So und feiertags 11-17 Uhr
Hochstadenring 22
53119 Bonn
0228 / 69 41 44 | gkg.bonn@t-online.de | www.gkg-bonn.de
Die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung wird gefördert von der Bundesstadt Bonn.

OMBRE – Haus zum Maulbeerbaum

 

Das Schattenreich ist das Paradis der Phantasten.

Immanuel Kant 1724 – 1804  aus Träume eines Geistersehers

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OMBRE – Kunst am Bau

Für die Gestaltung des Tuches OMBRE wird ein transparenter gelber Stoff verwendet. Die Motive werden über Schablonen auf den Stoff aufgesprüht. Die Sprühtechnik des Graffitis, die kräftigen Farben und die Lockerheit des Farbauftrages sollen das temporäre Eingreifen in den Raum verdeutlichen. Die Motive der Künstler des bHK überlagern sich. Sie beziehen sich auf den Ort und seine Geschichte. Ähnlich der vorgefundenen Wandmalereien des Barock, mischen sich florale und tierische Motive. Die Tradition der Wandmalerei wird interpretiert. Weiterlesen

WUNDERKAMMER – Haus zum Maulbeerbaum

Kunst am Bau

Das Büro dury et hambsch architektur untersuchte an verschiedenen Nutzungsszenarien die größtmögliche Flexibilität in der bestehenden Gebäudestruktur des Hauses. Die freigelegten historischen Wandmalereien, die verformten Decken und Böden und die atmosphärischen Raumkonstellationen bieten einen spannenden Dialog mit dem Neuen an. Die Neuinterpretation des Hauses zum Maulbeerbaum als Herberge bietet eine große Nutzungsvielfalt. Im Erdgeschoss könnte sich eine Weinbar und eine Lounge mit Ausstellungsräumen etablieren. In den zwei oberen Geschossen wäre Platz für eine Künstlerstube, Ateliers mit Zimmervermietung. Der Dachraum wäre als großer Schlafsaal ein tolles räumliches Erlebnis.

Aus STUDIE ZUM HAUS ZUM MAULBEERBAUM DURY ET HAMBSCH ARCHITEKTUR 2013

Maulbeerbaum_0_Lageplan-GesamtMaulbeerbaum_8_La¦ênggschnittMaulbeerbaum_9_QuerschnittMaulbeerbaum_10_Ansicht-von-NordenMaulbeerbaum_11_Ansicht-von-Su¦êdenMaulbeerbaum_3_Grundriss-EG

Lageplan und Studien zum Haus zum Maulbeerbaum (Büro dury et hambsch architektur)

WUNDERKAMMER

Die historischen Wunderkammern im Palazzo Ducale, auf Schloss Ambras und die Grotta der Isabella d`Este sind wegweisende Beispiele für die künstlerische Überhöhung eines profanen Raumes. Hier verbinden sich feinste Handwerkskunst, kunstvolle Schnitzereien, bemalte Holzpaneele und aufwändige Intarsienarbeiten mit der vorhandenen Architektur. Der naive Umgang mit der perspektivischen Wirklichkeit und gemalte Ausblicke schufen prächtige Raumeindrücke. Es entstanden Gehäuse in der Größe eines Schrankmöbels. Überschaubare Nischen, in denen sich die noch geheimnisvolle Welt einnisten konnte. Merkwürdiges, Kunstwürdiges und Kitschiges fand Einzug. Reliquien wie die Tafelkredenz mit Natternzungen, der Grottenautomat, der Tödlein-Schrein, ein silberbeschlagener Gürtel einer Nonne und ein Hundemaulkorb aus vergoldetem Gittermaterial. In labyrinthischer Atmosphäre wurde das Erbeutete seziert. Um dem geneigten Besucher ins Staunen zu versetzen, wurde Ausgewähltes zur Schau gestellt. Beliebtes Objekt war das Monstrum. Bedrohend blicken die Monster aus Glasgefäßen auf den Regalen. Nur das Scheußlichste war großartig genug, um gesammelt zu werden. Teils lebendig gewesen, teils nie gewesen, demonstriert ihr Besitz die Herrschaft über das Unmenschliche. Eine bemerkenswerte Visitenkarte für ihren Besitzer. Die Wunderkammern sind heute aus den Haushalten verschwunden.

Christian Heuchel 2010