Kunst am Bau

Solitude

„die Erweiterung der Akademie“ 2001

A wie Architekt – Exposition

Unerwünscht tritt der Architekt auf, vom Bauherren nicht gerufen. Der Bauherr schaut ungläubig, hat er doch keinen Auftrag erteilt, nicht gestern nicht heute. Der Baumeister drängt sich auf, erfindet einen Lebenslauf und eine Bauidee. Seine Vorschläge erscheinen als Kampfansage und wollen die Unausweichlichkeit von Architektur darstellen: die notorische Trägheit der Immobilie verändern.

Der Architekt wird nicht in das Spiel eingeführt, er führt sich selbst ein. Er informiert über die zurückliegenden Geschehnisse und erhellt die Ausgangssituation. Ein Monolog über Idee, Modell, Zeichnung, Bau, Betrachtung. Und vor allem ein Plädoyer für das Delegieren sämtlicher Baumaßnahmen. Dies enthebt ihn der umfassenden Diskussion über die Identität von Architekt, Künstler, Designer, Stadtplaner. Auf der Ebene komplexer Konzepte wird die Frage nach der beruflichen Herkunft durch die nach der Absicht ersetzt. Der angestrebte Bau ist Chimäre der Disziplinen. Ein Ideengeber und Irritationserfinder ist vonnöten, der diese Vernetzungen leitet. Er nennt sich Architekt und lädt zu Missverständnissen ein, die zum Zeichen der Qualität werden. Seine reale Anwesenheit ist nicht notwendig. Es genügt ein Tonband, Dias.

Seine Strategien: Für ihn steht nicht mehr die endgültig definierte Raumordnung im Vordergrund. Als Baumeister wie Kontextdesigner arbeitet er an adaptierbaren Räumen. Räume, die akute Bedürfnisse vorwegnehmen. Räumliche Grundkonstruktionen sollen in gleicher Bedeutsamkeit geschaffen werden wie Atmosphäre und Identität. Es muss inszeniert, präsentiert und gebaut werden. Der Architekt ist ungeduldig, will die Materialisation erzwingen, mit all ihren Fehlern, Pannen und Irritationen. Er will intervenieren.

Warum ich diese Kisten liebe. Ich mag sie, die langen und kurzen, die großen und kleinen, die schmalen und dicken, die einfachen und komplexen. Ich mag sie als Würfel und als Stange. Man sollte nur Kisten bauen.
C. Heuchel

Die expositorische Geschichte ist erzählt. Der Architekt entlässt die Idee für den heuristischen Dialog.

Dr. Ralph Musielski
Auszug aus „Bauen!? – Lesehilfen für Baumeister und Bauherren“.
Bauherr
Akademie Schloss Solitude
Solitude 3
70197 Stuttgart
www.akademie-solitude.de
www.aknw.de

Architekt
Christian Heuchel

Fachberater
bHK
Bellheim / Köln / Hamburg
www.bureau-Heuchel-Klag.de

rheinflügel Baukunst, Düsseldorf
www.rheinfluegel.de

Sponsoren
Heudorfer digitale Großbilder
LEG Landesentwicklungsgesellschaft Baden- Württemberg mbH

Karl Ernst Osthaus Museum Hagen

Le Monde

In die bestehende Halle wird ein temporärer Raum eingeschrieben. Er orientiert sich an der Architektur Henry van de Veldes und dem geplanten Emil Schumacher-Museum. Der Raum ist dezent ausgeleuchtet. Im Bodenbelag befindet sich ein farbiges Ornament. Der eingeschriebene Raum wird durch eine durchsichtige Membran gefasst. Ein beweglicher Vorhang schiebt sich vor das Auge des Betrachters. Er lässt den Raumzuschnitt der verdunkelten Halle distanziert und verschwommen erahnen. Die Halle wird zum unbetretbaren Raum, eine andere Welt, die es neu zu bestaunen gilt.

Der Traum ist eine Psychose, mit allen Ungereimtheiten, Wahnbildungen und Sinnestäuschungen einer solchen.

Sigmund Freud (1859 – 1939)

Stadtturm Neustadt

Stadtturm

Das Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte für Neustadt nehmen wir zum Anlass, über die Stadt im neuen Jahrtausend nachzudenken. Der Stadtturm steht als Zeichen für die Veränderung der Stadt. Türme sind markante Zeichen im Stadtraum. Als gebaute Visionen sind sie beliebtes Diskussionsthema und verändern das Erscheinungsbild der Städte. An verschiedenen Orten in Neustadt wird der Stadtturm zu sehen sein. Der Stadtturm ist eine zeltartige Eisenrohrkonstruktion. Der Pneu besteht aus leichtem Material, einem aufblasbarem Gewebe. Die luftgefüllte Form ist ständig in Bewegung.

Das Archiv auf Reisen

Das Überzeitliche Gepäck des Künstlers

 

Anlässlich der Kunstausstellung „Das Archiv auf Reisen“ werden Kisten aus den letzten 7 Jahren in der Finanzakademie in Brühl gezeigt. Der Künstler als Kulturreisender stellt sein Gepäck in die Rotunde der Bildungsstätte.

 

Kisten:
1993 Amor+Psyche (85/46/85)
1993 Platon (47/47/47)
1994 Krankenhaus (111/76/63)
1995 Wiesbaden (105/54,4/26)
1996 rapport Ingelheim (69/16/129)
1997 blind work (136/45/22)
1997 House of Collaboration (44/22/63)
1997 Canto Vuoto (54/54/16)
1997 Hildegard von Bingen (195,5/35/34)
1998 Pneu Hamburg(74/63/53)
1999 Pneumatische Grenzsteine (92/92/11) und (47/92/11)